Vorwort
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Das Kino ist ein Medium unter Druck. Immer soll es etwas leisten. Die
Ansprüche reichen von Profit bis Propaganda: Filme sollen Geld verdienen
und die Welt verändern, die Menschheit befrieden und herausfordern, eskapistisch
und realistisch sein – und am Besten alles zugleich. Der Zuschauer bemerkt
die Absicht und ist verstimmt. Glücklicherweise finden sich immer wieder
Filmemacher, die sich von dieser permanenten Überforderung nicht einschüchtern
lassen – und das Kino in den organischen Zusammenhang ihres Lebens holen.
An die Stelle filmfremder Absichten tritt ein lebendiger Zusammenhang: Begegnung
gegen Behauptung. Damit wäre auch eine Art Überschrift gefunden für
diese Ausgabe. Denn Film und Leben durchdringen sich bei allen hier versammelten
Regisseuren; die berühmte Tür, die man beim Drehen immer angelehnt
lassen solle, wie Jean Renoir einmal meinte, „weil man nie weiß,
wer oder was unvermutet eintreten könnte“ – diese Tür
ist weit geöffnet. Und ist das nicht die Freiheit, die auch den Zuschauer
entflammt?
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Die Herausgeber:
Jens Börner
Benjamin Heisenberg
Christoph Hochhäusler
Nicolaus Wackerbarth