Vorwort
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Bevor sich in einem Wust von Gesprächen, Texten und Standpunkten ein Heft
herausschält, haben wir oft das Gefühl, dass alles umsonst war, weil
nichts passen will. Nach einer Weile legt sich der Staub und es tun sich geheime
Verbindungen auf, ve rdeckte Zusammenhänge, übersehene Brücken.
Am Ende ist es dann meistens doch mehr als nur ein Haufen von Buchstaben; manchmal
gelingt sogar ein begehbarer, lesbarer Bogen. Die verschiedenen Standpunkte
dieses Heftes erzählen die Geschichte eines lebensre l evanten Films. Und
so kann man, wenn man möchte, von Luchin Vi scontis Vorstellung eines „anthropomorphen“
Kinos zu B runo Dumonts „Neomythik“ gelangen, in der sich die Wahrheit
im Körper offenbart. Michael Hanekes „Realismus“ scheint dagegen
eher intellektuell begründet; die Welthaltigkeit seiner Filme fusst auf
aufklärerischen Motiven, was ihn, bei aller Unterschiedlichkeit, mit den
Mitgliedern der Wiener Coop 99 verbindet. Kurz gesagt: Ein Netz menschlicher
Verbindungen wird sichtbar; Berührungen, ohne die der Film nicht denkbar
wäre. Man lernt voneinander. Lernt auch, sich zu unterscheiden, durch den
Anderen. Und das ist vielleicht der erste Schritt: Zu erkennen, wo man steht.
Die Herausgeber
Jens Börner
Benjamin Heisenberg
Christoph Hochhäusler
Sebastian Kutzli