Sofortmaßnahmen gegen Angst vor bürgerlichem Lebensglück
Herman Barth, In München, 6.August 1998.

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Aus Studentenkreisen der Hochschule für Fernsehen und Film stammt die gelungene Nummer 1 einer lesenswerten Film(theorie)zeitschrift namens Revolver. Der Name ist ein bissl doppeldeutig, meint er doch die treffich romantische Waffe, mit der man ratz-patz seelenlose und denkfaule Mitmenschen aus dem Weg räumen kann, zum anderen die ebenso kühl-metallisch-erotische Objektivaufhängung beim Kinoprojektor. Rascher Blickwechsel also ist angesagt: Mal breit, mal weit, mal Normalformat. Gespräche mit Lars von Trier, Vibeke Windeløw (Produzentin von Breaking the Waves und The Kingdom II), George Lucas, Doris Dörrie. Schön daran: Leute, die selbst Filme machen, stellen einfach klügere Fragen als die für Lohn und Entertainment schreibende Filmjournalisten-Zunft. Außerdem: ein bissl Flusser, remixed, Erinnerungen an den guten alten Godard und ein Bekennerschreiben gegen das deutsche Bausparkassen-Kino: „Gute Unterhaltung ist Unterhaltung, die berührt. Seien wir realistisch, untersuchen wir die Wirklichkeit. Erforschen wir die Schmerzgrenze mit den Mitteln des Films!" Erwerben könnt Ihr das liebevoll gemachte Film-Erkenntnis-Taschenbuch derzeit in München bei den Buchhandlungen Basis und Amalien 71, im Lupe-Kino oder bei den Produzenten selbst (Fax 089 / 157 39 25).